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Marie.

Es gibt viele Gründe, nicht fernzusehen. Es frisst wertvolle Lebenszeit, in der man so viel anderes tun könnte, es ist entweder blöd oder langweilig, außerdem kommt dauernd Werbung.

(Natürlich gibt es auch Gründe, die für's Fernsehen sprechen, es stellt meistens keine Ansprüche, ist bequem, bisweilen amüsant und manchmal sogar gut. Der Tatort von gestern, ach Borowski, ach alter, toter Schwede. Heute abend kommt Glee, keine Ahnung, warum ich das so mag, singende Teenager mit Teenagerproblemen. Vermutlich wegen Sue, die ist toll, und weil ich mich noch so gut an meine Teenagerprobleme erinnere, außerdem ist es schön bunt und ich kenne die Lieder. Morgen abend kommt X-Factor, noch viel weniger Ahnung, warum ich als DAS mag, eigentlich völlig unerklärlich, vielleicht weil mir das Outfit von Sarah Connor jedes Mal das Gefühl gibt, dass ich selbst doch sehr gut gekleidet bin und ach ja, da ist ja noch Rufus. Außerdem dachte ich ja auch, ich sei keine Glitzerfrau und jetzt hab' ich die glitzernde Bescherung an den Füssen, also dann eben auch 'ne Casting-Show. Aber um die Gründe, die dafür sprechen, geht's hier ja nicht.)


Dieser Spot macht mich wütend, jedes Mal, wenn ich ihn sehe. 





Und zwar so richtig wütend. Roter-Kopf-geballte-Faust-mir-fehlen-die-Worte-ich-hau-dir-in-die-Fresse-wütend.
Und ich kann gar nicht wirklich sagen, warum. Das ist ja nicht der erste, einzige oder letzte Werbespot, das ein dämliches Frauenbild transportiert: 
es gibt diese Spots, wo Frauen in einem Labor à la James Bond die neuste Generation von High-Tech-Wischmopps (den Plural musste ich googlen, so wenig Ahnung habe ich von High-Tech-Wischmopps) abfeiern. Und die drei Engel für Charlie, deren Mission darin besteht, ihm Fertigfleischklösschen zu kochen, was ihnen in Rekordzeit gelingt und Charlie ganz zufrieden macht.
Da stehe ich milde lächelnd drüber. Hip Hop Videos verderben mir nicht die Laune, und die Paris Hiltons oder Daniela Katzenbergers dieser Welt sollen anziehen und machen was sie wollen, meinetwegen auch im Fernsehen, solange ich schlau sein darf, ohne mich dumm zu stellen. 
Ich denke nicht pausenlos über Emanzipation nach und referiere auch nicht darüber,ich fühle mich durch Pornos nicht gedemütigt und finde Leute, die in Texten "man" durch "frau" oder "mensch" ersetzen, wie ich es im Studium erleben musste, haben einen Knall.


Aber wenn ich Marie sehe, ihren Hundeblick und ihr Spendierhöschen (SPENDIERHÖSCHEN! Wem spendiert sie überhaupt was? Max?), dann verliere ich die Fassung und will sie schütteln.
Marie, was soll das denn? Das kann doch nicht dein Ernst sein, Mädchen, du hast doch sicher irgendwas gelernt, zieh' dir lange Hosen an und tu' was.


Wer immer sich das ausgedacht hat: melden, herkommen, Prügel abholen. Wahrscheinlich war's Mario Barth, dieser schreckliche Typ, das würde zu ihm passen, bestimmt trägt seine Freundin auch von ihm spendierte Spendierhöschen, wa.


Kommentare

  1. Ich bin sowas von bei Dir! Diese grässlichen Spendierhöschen, in denen weder ein richtiger Arsch, noch eine Frau mit Hirn steckt. Und dann noch der sanfte Name Marien. Bah! Verbockt hat den ganzen Mist die Agentur Interone. Schreiben?

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  2. ich weiß, das ist nicht wirklich das thema, aber ... in meinem früheren düsseldorfer waschsalon stand ein schild "bitte keine möpse waschen". soviel zur pluralgoggelung :)))
    süßen gruß von der S. vom blech

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  3. Liebe Rike: schreiben!
    Und ein Haha nach Hamburch. Im Netz herrscht große Uneinigkeit ob Mopps oder Möpse, und ich meinen Schülern immer predige, dass man sich auf google und wikipedia nicht verlassen darf (darf man ja wirklich nicht), habe ich mich vertrauensvoll an den Duden gewandt: Mopps ist richtig.
    Aber vielleicht wurden in Deinem alten Waschsalon auch zu viele Hunde geschleudert, das ist ja bestimmt auch nicht gut für die Geräte?

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  4. Du hast voll und ganz recht! sonst eher entspannt wird mir beim "Spendierhöschen" ganz anders. Sechs und Setzen!
    Habt einen schönen tag!

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